Praktikumsbericht von Anna

Wir bieten Interessierten ein Praktikum bei uns an, ob als Vorbereitung für die Ausbildung zum*r Ergotherapeuten*in oder als Berufsorientierung. Wir möchten einfach etwas beisteuern um Jugendlichen und jungen Erwachsenen (m., w. oder d.) einen Einblick in die Ergotherapiewelt zu geben. Diesmal war Anna bei uns, sie berichtet hier von ihren Erfahrungen.

Mein Name ist Anna, ich bin 18 Jahre alt und ich möchte Ergotherapeutin werden. Im Frühjahr nächsten Jahres beginne ich meine Ausbildung. Die Zeit bis dahin nutze ich, um einen Einblick in den Berufsalltag einer Ergotherapeutin zu bekommen und erste Erfahrungen zu sammeln. Und ich muss sagen, dass ich in den vergangenen zwei Wochen unheimlich viel gelernt habe.

Ich bin jeden Tag mit der Ergotherapeutin Kim Kaschub unterwegs gewesen. Sie hat mir jede meiner Fragen offen und ausführlich beantwortet und mir auch verschiedene Modelle und Vorgehensweisen sowie Fachbegriffe erklärt, sodass ich nun schon weiß, wie man z.B. ein Anamnesegespräch führt und welche Übungen man mit Schlaganfallpatienten machen kann. Ich durfte die Akten mancher Patienten einsehen und Kim hat mich immer auf den nächsten Patienten vorbereitet.

Ich habe Erfahrungen mit kranken, behinderten oder benachteiligten Menschen jeden Alters in der Praxis oder auf Hausbesuchen sammeln können. Bei Hausbesuchen lernt man das Umfeld der Betroffenen besonders gut kennen und erkennt die Einschränkungen und Probleme im Alltag schnell. Die Praxis bietet durch die verschiedenen Räume und deren Ausstattung viele Möglichkeiten zur Behandlung an. Mit Kindern kann man z.B. im Werkraum basteln oder im Aktivitätsraum einen Parkour aufbauen.

Ich habe viel über die Krankheiten der Menschen, aber auch viel Persönliches über sie erfahren und weiß, wie wichtig der Einbezug des sozialen Umfeldes für die Therapie ist. Deswegen werden auch immer wieder Gespräche mit den Familienangehörigen des zu behandelnden Patienten geführt.

Am Ende des Tages war mein Kopf voller Gedanken, durch die vielen neuen Eindrücke. Ich habe gemerkt, dass ich verstärkt über das Altwerden nachgedacht habe und mir wurde erneut bewusst, wie wichtig Gesundheit ist, dass man sich uneingeschränkt bewegen kann und nicht ständig zu einem Arzt gehen muss.

Ich weiß nun auch, wie anstrengend und stressig der Berufsalltag einer Ergotherapeutin sein kann. Man wird ständig mit Schicksalen konfrontiert, muss sich auf die Patienten und ihre Bedürfnisse einlassen, man muss flexibel sein und man braucht viel Geduld und stets ein offenes Ohr. Dabei spielt Reflektion eine wichtige Rolle. Außerdem muss man Berichte an Ärzte schreiben, Therapiepläne entwerfen, umorganisieren, in der Praxis behandeln und zwischendurch Hausbesuche machen und dabei den Patienten und seine Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Ich bin total froh, in der Praxis für Ergotherapie Katharina Schnabel ein Praktikum gemacht zu haben, denn ich habe bereits viel für meine Ausbildung aber auch viel fürs Leben gelernt.

Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und finde das Ergotherapeutinnen-Team sehr freundlich und offen. Man merkt, dass hier der Mensch und seine Behandlung im Vordergrund stehen und nicht der finanzielle Gewinn.

Hiermit bedanke ich mich bei Frau Schnabel, dass ich ein Praktikum in ihrer Praxis machen durfte und insbesondere bei Kim, von der ich in den zwei Wochen so viel lernen konnte.

 

Anna